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Haftungsbezogene Risiken bei Einzelwirtschaftsprüfern

Für Beratungsfehler haftet der Wirtschaftsprüfer mit seinem Privatvermögen. Die Haftungsansprüche werden nicht durch eine Kapitalgesellschaft abgefangen, da der Vertragspartner des Mandanten der Wirtschaftsprüfer ist.

Das Besondere bei Wirtschaftsprüfern: Sofern der Wirtschaftsprüfer seine Pflichten im Rahmen von Pflichtprüfungen vorsätzlich oder fahrlässig verletzt, ist er der geprüften Kapitalgesellschaft und, wenn ein verbundenes Unternehmen geschädigt ist, auch diesem zum Ersatz des daraus entstandenen Schadens verpflichtet. Allerdings ist Ersatzpflicht des Wirtschaftsprüfers gesetzlich bei fahrlässigen Pflichtverletzungen von vornherein auf € 1 Mio. für eine Prüfung beschränkt. Sofern eine Aktiengesellschaft geprüft wird, deren Aktien im regulierten Markt zugelassen sind, beschränkt sich die Ersatzpflicht auf € 4 Mio. für eine Prüfung.

Bei einer Bürogemeinschaft handelt es sich um einen Zusammenschluss von Wirtschaftsprüfern zur Berufsausübung in gemeinsamen Büroräumen. Dieser arbeitet jedoch eigenständig, d. h. er haftet nicht für die Tätigkeit der Anderen. Ein Mandant des Einzelnen ist kein Mandant der Bürogemeinschaft.

Bei den haftungsbezogenen Risiken geht es um die Absicherung der Kanzlei-Risiken von Ansprüchen Dritter; also um die Verpflichtung zum Schadensersatz aus der beruflichen Tätigkeit.

Selbstständige Wirtschaftsprüfer sind gesetzlich dazu verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung zur Deckung der sich aus ihrer Berufstätigkeit ergebenden Haftpflichtgefahren für Vermögensschäden zu unterhalten. Dies gilt auch dann, wenn sie keine Pflichtprüfungen durchführen. Sofern der Wirtschaftsprüfer aber allein in einem Anstellungsverhältnis und nicht auch in eigenem Namen tätig ist, entfällt eine Versicherungspflicht.
Alle anerkannten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften benötigen eine Berufshaftpflichtversicherung.

Pflichtverletzungen und damit auch Haftungstatbestände des Wirtschaftsprüfers können sich vor, während oder auch nach dem Mandat ergeben.
Damit Ihre wirtschaftliche Basis auch in Konfliktsituationen stabil bleibt, ist eine bedarfsgerechte Berufshaftpflichtversicherung alternativlos.
Diese tritt bei Vermögensschäden ein, die Sie in Ihrer beruflichen Tätigkeit schuldhaft verursacht haben und dient außerdem der Abwehr unberechtigter Ansprüche gegen Sie.

Ihr Ansprechpartner bei uns im Haus:

Thomas Weber

und sein Experten-Team

Deckungssumme

Die Mindestversicherungssumme beträgt € 10.000.000,00 für jeden Versicherungsfall. Die Leistungen des Versicherers für alle innerhalb eines Versicherungsjahres verursachten Schäden sind unbegrenzt, d. h. die Deckungssumme steht beliebig oft zur Verfügung.
Bei der Prüfung von Aktiengesellschaften muss die Versicherungssumme mindestens € 4.000.000,00 je Versicherungsfall betragen. Bei dem über die Pflichtdeckungssumme hinausgehender Teil der Versicherungssumme ist eine Jahresmaximierung jedoch möglich.
Da es sich bei der Berufshaftpflichtversicherung um ein existenzielles Risiko handelt, empfehlen wir grundsätzlich eine höhere Absicherung als die Mindestversicherungssumme zu wählen.

Deswegen gehen wir nach folgenden Parametern vor:

  • Art, Umfang und Zahl der Aufträge
  • Zahl und Qualifikation der Mitarbeiter
  • Art und Umfang der Tätigkeiten (z. B. Pflichtprüfungen, Börsenorientierte Mandate, Financial Planing, Testamentsvollstreckung)

 

Vereinbarung von Haftungsbeschränkungen

Zur Vermeidung einer grenzenlosen Haftung ist der Wirtschaftsprüfer berechtigt, mit dem Mandanten eine Haftungsbeschränkung abzuschließen. Dies kann auf folgenden Wegen geschehen:

  • Im Rahmen einer Einzelvereinbarung für Schäden aufgrund leichter und grober Fahrlässigkeit bis zur Höhe der gesetzlichen Mindestversicherungssumme.
  • Im Rahmen von vorformulierten Geschäftsbedingungen für Schäden aufgrund leichter Fahrlässigkeit bis zur Höhe von € 4.000.000,00, sofern bis zu dieser Höhe Versicherungsschutz besteht.

Die persönliche Haftung von Mitgliedern einer Personengesellschaft auf Schadensersatz kann auch durch vorformulierte Vertragsbedingungen auf einzelne namentlich bezeichnete Mitglieder der Personengesellschaft beschränkt werden, die die vertragliche Leistung erbringen sollen.

 

Verstoßprinzip

Bei der Berufshaftpflichtversicherung der Wirtschaftsprüfer sprechen wir von einer Verstoßtheorie, d.h. die heutige Versicherungssumme muss auch in der Zukunft passen, da der Schaden bei Verstoß „versicherungstechnisch“ eingetreten ist. In der Praxis sprechen wir vom sogenannten „Longtail-Risiko“.

 

Objektversicherung

Es besteht grundsätzlich auch die Möglichkeit mit dem Mandanten den Abschluss einer Objektversicherung zu vereinbaren, d. h. eine Berufshaftpflichtversicherung, die auf das jeweilige Mandat beschränkt ist und den ggf. entstehenden Schaden in voller Höhe auffängt. Auch in diesem Bereich kann Ihnen Jurisika behilflich sein.

 

Bürohaftpflicht-, Umwelthaftpflicht-, Umweltschadensversicherung

Mit der Bürohaftpflicht-, Umwelthaftpflicht- und Umweltschadensversicherung schützen Sie sich bei der Ausübung Ihrer beruflichen Tätigkeit vor den finanziellen Folgen bei von Ihnen verursachten Personen- und Sachschäden, die von der Berufshaftpflichtversicherung (versichert nur die reinen Vermögensschäden) nicht gedeckt sind.

Im Rahmen unserer Bürohaftpflichtversicherung gilt auch mitversichert:

Umwelt-Haftpflichtversicherung
Schäden durch Umwelteinwirkungen bei denen sich Stoffe, Erschütterungen, Geräusche, Druck, Strahlen, Gase, Dämpfe oder Wärme in Boden, Luft oder Wasser ausbreiten.

Umweltschaden-Versicherung
Sanierung von Umweltschäden bei einer Schädigung von geschützten Arten, natürlichen Lebensräumen, eines Gewässers oder des Bodens.