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Haftungsbezogene Risiken bei Einzelsteuerberatern

Für Beratungsfehler haftet der Steuerberater mit seinem Privatvermögen. Die Haftungsansprüche werden nicht durch eine Kapitalgesellschaft abgefangen, da der Vertragspartner des Mandanten der Steuerberater ist. Auch wenn der mandatsführende Steuerberater angestellte oder freie Mitarbeiter einschaltet, steht er für deren Verstöße in der Haftung.

Bei einer Bürogemeinschaft handelt es sich um einen Zusammenschluss von Steuerberater zur Berufsausübung in gemeinsamen Büroräumen. Der Steuerberater arbeitet jedoch eigenständig, d. h. er haftet nicht für die Tätigkeit der Anderen. Ein Mandant des Einzelnen ist kein Mandant der Bürogemeinschaft.

Bei den haftungsbezogenen Risiken geht es um die Absicherung der Kanzlei-Risiken von Ansprüchen Dritter; also um die Verpflichtung zum Schadensersatz aus der beruflichen Tätigkeit.

Steuerberater sind gesetzlich dazu verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung mit der Mindestdeckungssumme abzuschließen. Die Versicherungspflicht ist geregelt in § 67 Steuerberatungsgesetz (StBerG) in Verbindung mit §§ 51 bis 56 Verordnung zur Durchführung der Vorschriften über Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Steuerberatungsgesellschaften (DVStB). Ohne diese Pflichtversicherung kann die Tätigkeit nicht ausgeübt werden. Diese Pflicht gilt für selbstständige Steuerberater. Wenn der Steuerberater als freier Mitarbeiter oder Angestellter tätig ist, muss er über die Berufshaftpflichtversicherung seines Auftraggebers mitversichert werden. Auch der Syndikus-Steuerberater muss sich pflichtversichern.

Pflichtverletzungen und damit auch Haftungstatbestände des Steuerberaters können sich vor, während oder auch nach dem Mandat ergeben.
Damit Ihre wirtschaftliche Basis auch in Konfliktsituationen stabil bleibt, ist eine bedarfsgerechte Berufshaftpflichtversicherung alternativlos.
Diese tritt bei Vermögensschäden ein, die Sie in Ihrer beruflichen Tätigkeit schuldhaft verursacht haben und dient außerdem der Abwehr unberechtigter Ansprüche gegen Sie.

Ihr Ansprechpartner bei uns im Haus:

Thomas Weber

und sein Experten-Team

Deckungssumme

Die Mindestversicherungssumme beträgt € 250.000,00 für jeden Versicherungsfall. Die Leistungen des Versicherers für alle innerhalb eines Versicherungsjahres verursachten Schäden müssen mindestens auf den vierfachen Betrag der Mindestversicherungssumme begrenzt werden. Die Mindestversicherungssumme und die Jahreshöchstleistung werden nicht immer den tatsächlichen Risiken entsprechen. Aus diesem Grund sollte eine angemessene Deckungssumme gewählt werden.
Da es sich bei der Berufshaftpflichtversicherung um ein existenzielles Risiko handelt, empfehlen wir grundsätzlich eine höhere Absicherung als die Mindestversicherungssumme zu wählen.

Deswegen gehen wir nach folgenden Parametern vor:

  • Art, Umfang und Zahl der Aufträge
  • Zahl und Qualifikation der Mitarbeiter
  • Struktur der Praxis (z. B. Beratungs-, Prüfungs- und Buchführungstätigkeit)
  • Art und Umfang der Tätigkeiten (z. B. Family Office, Firmenmandate, Financial Planing, Testamentsvollstreckung)

 

Verstoßprinzip

Bei der Berufshaftpflichtversicherung der Rechtsanwälte sprechen wir von einer Verstoßtheorie, d.h. die heutige Versicherungssumme muss auch in der Zukunft passen, da der Schaden bei Verstoß „versicherungstechnisch“ eingetreten ist. In der Praxis sprechen wir vom sogenannten „Longtail-Risiko“.

 

Vereinbarung von Haftungsbeschränkungen

Zur Vermeidung einer grenzenlosen Haftung ist der Rechtsanwalt berechtigt, mit dem Mandanten eine Haftungsbeschränkung abzuschließen. Dies kann auf folgenden Wegen geschehen:

  • Im Rahmen einer Einzelvereinbarung für Schäden aufgrund leichter und grober Fahrlässigkeit bis zur Höhe der gesetzlichen Mindestversicherungssumme.
  • Im Rahmen von vorformulierten Geschäftsbedingungen für Schäden aufgrund leichter Fahrlässigkeit bis zur Höhe von € 1.000.000,00, sofern bis zu dieser Höhe Versicherungsschutz besteht. Für Rechtsanwalts GmbH/Rechtsanwalts AG/PartGmbB gilt € 10.000.000,00.

 

Objektversicherung

Es besteht grundsätzlich auch die Möglichkeit mit dem Mandanten den Abschluss einer Objektversicherung zu vereinbaren, d. h. eine Berufshaftpflichtversicherung, die auf das jeweilige Mandat beschränkt ist und den ggf. entstehenden Schaden in voller Höhe auffängt. Auch in diesem Bereich kann Ihnen Jurisika behilflich sein.

 

Bürohaftpflicht-, Umwelthaftpflicht-, Umweltschadensversicherung

Mit der Bürohaftpflicht-, Umwelthaftpflicht- und Umweltschadensversicherung schützen Sie sich bei der Ausübung Ihrer beruflichen Tätigkeit wegen Personen- und Sachschäden, die von der Berufshaftpflichtversicherung (versichert nur die reinen Vermögensschäden) nicht gedeckt sind.

Im Rahmen unserer Bürohaftpflichtversicherung gilt auch mitversichert:

Umwelt-Haftpflichtversicherung

Schäden durch Umwelteinwirkungen bei denen sich Stoffe, Erschütterungen, Geräusche, Druck, Strahlen, Gase, Dämpfe oder Wärme in Boden, Luft oder Wasser ausbreiten.

Umweltschaden-Versicherung

Sanierung von Umweltschäden bei einer Schädigung von geschützten Arten, natürlichen Lebensräumen, eines Gewässers oder des Bodens.